Kommunikation und Ausdrucksverhalten VIIII

Mit einem eigenen Hund, muss man seinen Pflichten nachgehen. Dazu sollten sich Hund und Halter bestmöglich verstehen. Dies erfordert Zeit, Geduld und Anpassungsvermögen. Hunde sind Bewegungsseher, haben in ihrer Haut genau wie wir einige Sinneszellen und können Gerüche deutlich besser aufnehmen als wir Menschen.

Grundlegend kommunizieren Hunde nämlich untereinander meist mit Mimik und Gestik! Laute werden auch eingebracht, sind aber meist nur situationsbedingt einsetzbar. Um seinen Hund zu verstehen, muss man seine Körperhaltung deuten können. Andersherum genauso. Die Tiere können manche Stimmungen aufgrund der Körpersprache des Menschen beurteilen. Damit der Hund sich immer auf einen verlassen kann, sollte man immer klar und fair gegenüber ihm bleiben. Gemeinsame Beschäftigungen helfen sich gegenseitig besser kennen zu lernen. Dominanz ist keine Eigenschaft, sondern kommt durch die Erziehung. Daher kann man es sich selbst und dem Hund erleichtern, bleibt man immer konsequent in der Erziehung. Die Deutung von hundlicher Kommunikation sollte allgemein immer im Gesamtpaket beurteilt werden und nicht nur ein bestimmtes Merkmal. Dies bedeutet, man muss die Situation und den Sachverhalt kennen, um dem Hund ein Ausdrucksverhalten zuordnen zu können.


Mögliche Ausdrucksverhalten sind neutral, imponierend, demütig, drohend (defensiv), selbstbewusst drohend (offensiv) und ängstlich. Hinzuzufügen ist, dass erregtes Verhalten und freudiges Verhalten sehr ähnlich sein können. Hierbei sieht man wie wichtig es ist, den Sachverhalt zu kennen, denn ansonsten wird eine Einordnung schwierig. Es gibt bestimmte Erkennungsmerkmale, um Stimmungen des Hundes einordnen zu können.

Hunde, die den Blickkontakt meiden, unterwerfen sich.

Demütige Hunde klemmen ihren Schwanz ein, meiden den Blickkontakt, richten die Ohren nach hinten und machen sich klein (evtl. verharren).

Ängstliche Hunde klemmen ihre Rute ein, haben eine angespannte Körperhaltung, meiden den Blickkontakt auch, richten die Ohren nach hinten und sie können ihren Rücken krümmen um ihre Angst noch mehr auszudrücken (evtl. Zittern).

Hunde, die imponieren möchten, sträuben beispielsweise ihre Nackenhaare und stellen ihre Rute auf (evtl. leichtes Wedeln). Die neutrale Körperhaltung ist entspannt, der Schwanz befindet sich in einer entspannten Position, Ohren sind aufgestellt, Gliedmaßen sind weder gestreckt, noch eingeknickt.

Knurren, Erstarren und eine enorm angespannte Körperhaltung des Hundes sind Zeichen für Aggression. Diese kann dadurch ausgelöst werden, wenn man dem Tier etwas wegnimmt, in sein Revier eindringt oder es passiert, wenn man ihn durch Blickkontakt provoziert oder wenn er leidet. In Situationen die Sie nicht einschätzen können, begeben Sie sich möglichst außerhalb der Gefahr.

Drohverhalten wird zunächst in zwei Kategorien unterteilt: unsicheres- und selbstbewusstes Drohen. Beim unsicheren Drohen hat der Hund angelegte Ohren, der Schwanz sitzt tief oder ist eingeklemmt, die Gliedmaßen sind eingeknickt, möglich ist auch das Zeigen der Zähne (ein Flucht-/ Angriffszustand im Wechsel. Eine aufgestellte Rute und ein selbstsicherer Auftritt, die Ohren nach vorne gerichtet, sehr aufrechte Position, runde Mundwinkel, Zeigen der Zähne und aufgestellte Nackenhaare sind Merkmale des selbstbewussten Drohens.


Das Spielverhalten des Hundes zeichnet sich durch eine lockere, entspannte Stimmung, tauschende Rollen der Hunde, Vorderkörpertiefstellung und eine wedelnde Rute aus (siehe Bild oben).


Vorsicht ist beim Beugen über einen Hund geboten. Dies ist ein ungewöhnliches Verhalten für den Hund und kann daher missinterpretiert werden, verunsichern, oder als bedrohlich auf ihn wirken.

Da unsere heutigen Haushunde von Wölfen und ihrer revolutionären Familie abstammen, wozu auch der Dingo und der Goldschakal gehören, haben diese Ähnlichkeiten, sind jedoch keinesfalls gleichzustellen. Wölfe beispielsweise sind sehr viel scheuer als unsere Haushunde. Durch das Leben in der Wildnis sind sie Fleischfresser. Der Hund heutzutage hingegen ist ein Allesfresser. Bei Straßenhunden sind die Verhaltensweisen von den Wildtieren, mit unseren Haushunden gemischt vertreten.

Straßenhunde im Vergleich, sind häufig eigenständiger, da sie sich eine gewisse Zeit oder auch ein Leben lang um sich selbst kümmern müssen. Sie sind jedoch meist nicht so scheu wie die Wölfe, jedoch auch nicht so vertraut im Umgang mit Menschen, wie unsere Haushunde. Vieles hängt auch davon ab, ob die Straßenhunde ausgesetzt, oder auf der Straße geboren sind. Viele dieser Hunde sind ausgeglichener als die täglich bespielten Haushunde. Jedoch haben sie ihre eigenen Regeln, weil es bei ihnen tagtäglich um ihr ,,Überleben“ geht. Haushunde brauchen im Vergleich bei der Selbstständigkeit deutlich länger.