Lerntheorie - Erziehung - Ausbildung VII

Die Hundeerziehung ist ein sehr wichtiger Teil im Zusammenleben von Mensch und Hund. Effektiv arbeiten kann man nur, wenn man Bescheid weiß, wie Hunde lernen. Allgemein lernen Hunde, vor allem Welpen auch im Spiel. In den ersten zwölf bis 16. Lebenswochen kann ein Hund besonders gut neue Dinge erlernen. Viele Dinge lernt er dabei auch im Spiel. Zu dieser Zeit sind viele Reize, ein häufiger Umgang mit anderen Menschen und Artgenossen wichtig denn das Lernen passiert besonders beim Wahrnehmen der Umwelt. Hunde lernen ihr gesamtes Leben lang. Sie lernen durch Versuch, Irrtum, Strafe und Lob.

Für einen Hund ist ein gewisses Stresslevel gut. Es schadet nicht auch fremde Situationen zu durchleben. Das Meiden von augenscheinlich stressigen Situationen hilft weder dem Hund, noch dem Besitzer. Dies ist leider ein häufiger Fehler der von Hundehaltern gemacht wird. Spätestens beim erwachsenen Hund (nach der Pupertät) findet die gut gemeinte Schonung dann ein unpraktisches Ende. Denn dem Hund fehlt an dieser Stelle das Wissen um fremde Situationen. Es zeigen sich Mängel in der Sozialisation. Natürlich sollte auf genügend Ruhepausen im Beibringen von Situationen (Stadt, Lokal, Menschenmengen, Straßenverkehr, laute Kinder, ...) geachtet werden. In enormen Stress- oder Angstzuständen können Hunde nämlich nicht lernen. Häufig erkennt man das zu viel an Stress am Verweigern von angebotenen Leckerlie. Wenn man ein unerwünschtes Verhalten nicht in den Griff bekommt, muss man sich professionelle Hilfe suchen. Es ist überhaupt ratsam mit professioneller Hilfe das richte Maß zwischen Stress und Unterforderung zu finden. Die Erziehung eines neu erworbenen Hunds beginnt mit dem Einzug. Immer. Denn auch falsches (unpraktisches) Verhalten wird vom neuen Besitzer geformt. Dies geschieht oft unbewusst doch es geschieht. Eine Schonung oder lange Eingewöhnungsphase macht keinen Sinn, da von Anfang an Regeln klar sein sollten, wie der Hund sich im Umgang zu verhalten hat. Dadurch entsteht ein angenehmes und kontrolliertes Miteinander. Weiter findet der hinzukommende Hund seinen Platz in der Familie und kann sich dementsprechend verhalten.




Um einem Hund etwas beizubringen ist als erstes das "Timing" wichtig. Damit ist gemeint, dass der Hund Lob oder Tadel nur innerhalb eines bestimmten Zeitfensters einer Handlung zuordnen kann. Die Zuordnung auf eine Handlung hat der Hund wenn das Lob/Tadel nach etwa 1 Sekunde erfolgt. Nun gibt es verschiedene Arten einen Hund zu loben. Zum einen durch die Stimme, durch Spielzeug oder Spiel allgemein durch füttern, streicheln oder Sozialkontakt. Die Tiere reagieren vor allem auf Emotionen des Menschen, also Gestik und Mimik des Halters. Hunde haben keine menschlichen Moralvorstellungen, was bedeutet, sie reagieren auf die Körpersprache des Menschen und dies vor allem wenn das Geschehene weiter zurück liegt. Wer kennt nicht folgende Situation: Nach einem Arztbesuch kommt man zum daheim wartenden Hund wieder nach Hause. Daheim herrscht derweil das Chaos vor weil der Hund zum Beispiel sein Stoffspieltier komplett zerrupft hat und zudem auch in den Hausflur gemacht hat. Der Mensch denkt "der Hund weiß genau, dass er nicht reinmachen darf!". Der Hund reagiert jedoch wegen des verärgerten Ausdrucks und Verhalten des Besitzers unterwürfig und vermeindlich "schlechtem Gewissen". Dieses schlechte Gewissen hat der Hund laut Wissenschaft nicht. Er reagiert ausschließlich auf das Gebahr des Halters.

Möchte man mit dem Hund Kunststücke beibringen, übt am besten mehrmals täglich in kurzen Einheiten. So lernt er die Tricks am besten. Man sollte nie monoton üben, oder so lange, bis der Hund keine Lust mehr hat. Den Umgang mit Kindern grundsätzlich nie unbeaufsichtigt trainieren. Kein Hund, keine Hunderasse ist für ein Kind besser oder schlechter geeignet, als ein anderer. Die Eigenschaft, mit Kindern umzugehen müssen Hunde erst erlernen. Dies geschieht langsam und unter Aufsicht. Wichtig ist es darauf zu achten, dem Kind das Verhalten des Hundes und die damit verbundenen Grenzen beizubringen. Zum Beispiel einen schlafenden Hund nicht zu wecken, nicht über liegende Hunde drüberzusteigen.

Hundeschulen sind sehr wichtig um Problemen vorzubeugen oder diese zu beheben. Kriterien für eine gute Hundeschule sind einmal, dass nicht zu viele Hunde in einer Gruppe sind, sowie eine Vielfalt an verschiedenen Hunderassen. Der Trainer/die Trainerin sollte sachkundig und souverän sein und muss durch den §11 Sachkundenachweis zugelassen sein. Weitere Zertifizierungen zeigen das Fachgebiet beziehungsweise spezielle Erfahrungen im Umgang mit den Hund-Halter-Teams in Bezug auf die sich ständig wandelnde Rechtslage zur Hundehaltung. Ein guter Trainer/eine Trainerin kann auf die jeweiligen Mensch-Hunde Teams und ihre Bedürfnisse eingehen und Tipps geben, welche schnelle Abhilfe von Problemen sowie schnelle Fortschritte im Training bringen. Ob ein Hund in die Hundeschule muss ist nicht zu pauschalisieren. Ein Training schadet nie. Welpen allerdings sollten schon früh lernen, ein altersgemäßes Maß an Frustrationen zu ertragen. Kontakt zu Hunden und Menschen ist wichtig. Dies ist in einer Hundeschule geboten und daher sinnvoll. Bei Hunden mit Verhaltensstörungen, oder Besitzern, die mit ihren Hunden überfordert sind, macht der Besuch in einer Hundeschule ebenfalls Sinn. Sogenannte problematische Verhalten sind meist als übermäßiges Jagd- Angst- und Aggressionsverhalten beschrieben. Dabei gilt es den Hund in jedem Fall zu sichern (an der Leine führen) und sich professionelle Hilfe zu suchen.