top of page

Ohrenentzündung beim Hund

Schmerzhaft und langwierig kann sie sein - die Ohrenentzündung beim Hund. Bisher waren meine Hunde davor immer verschont geblieben, doch in diesem Sommer hat´s uns erwischt. Wir hatten die erste Ohrenentzündung.


Ohren haben wichtige Funktionen

Das Gehör ist einer von fünf Sinnen. Dabei hören Hunde Frequenzen, die für das menschliche Gehör nicht mehr wahrzunehmen sind. Ausgedrückt in der passenden Einheit liegt die Frequenz des Hundeohrs im Bereich 15 bis 50.000 Hertz. Bildlich leichter vorstellbar, Hunde hören Mäuse unter der Erde laufen und das leiseste Öffnen des Kühlschranks auch.

NB: die vier weiteren Sinne sind sehen, schmecken, tasten, fühlen.


Die Entzündung sichtbar machen

Durch eine Otoskopie, die für mich zudem an einem Bildschirm die aktuellen Aufnahmen sichtbar macht, sehe ich tief in Felis Ohr. Tierärztin Louise Eidam startet die Untersuchung und prüft bei weiteren Nachsorgeterminen, den Fortgang der Genesung.



Was nach Dreck aussieht, wird unterm Mirkoskop zur Krankheit.

Rötungen bis an die Ohrmuschel, zeigen eine bereits fortgeschrittene Ohrenentzündung. Auch ein Ausfluss und eben die Schmerzhaftigkeit und Empfindlichkeit bei Berührung des Ohres deuten auf eine Ohrenentzündung hin. Übersehen habe ich, dass tiefer im Ohr eine Entzündung schleichend voranschreiten kann. Feli hatte schon großes Ohrenweh, bis ich es bemerkt habe.

>> Zunächst habe ich immer wieder den "Dreck" am Ohr saubergemacht. Die Ohren haben nicht auffällig gerochen und besonders wehleidig scheint Feli nicht zu sein.

>> Die Otoskopie zeigt, dass das Trommelfell nicht mehr sichtbar ist. Ein eindeutiges Indiz für die Ohrenentzündung.


Das sagt das Labor

Wichtig bei einer Ohrenentzündung ist es, die Ursache zu bestimmen. Die Ohren gehören zur Haut und allergische Hunde können besonders betroffen sein von Ohrenkrankheiten. Problematisch sind enge Gehörgänge, Hängeohren und wenn Hunde viel im Wasser tauchen. All dies fördert Ohrenentzüngungen, eine einmalige Entzündung kann vorkommen und ist nach Ausheilung auch "erledigt". Kommen Ohrenentzündungen öfter vor, hat der Hund ein tieferliegendes Problem, es können sich daraus auch chronische Ohrenerkrankungen ergeben.

Ein unter dem Mikroskop betrachteter Abstrich bringt Klarheit ob Hefen im Ohr sind, die sogenannten Malassezien. Eine andere Möglichkeit ist der Befall von Kokken, das sind Bakterien die ins Ohr gekommen sind und die Entzündung verursachen. Auch darüber gibt die Analyse unterm Mikroskop Klarheit.

>> Nach Bestimmung der Ursache, können passende Medikamente und Spülungen Abhilfe schaffen.

>> Was bei Bakterien wirkt, hilft nicht bei Hefen und umgekehrt.

>> Allergische Reaktionen und/oder Futterunverträglichkeit bedarf weiteren Analysen und Untersuchungen.




Die Bilder zeigen uns 1. Malassezien 2. kokkenförmige Bakterien unterm Mikroskop und Feli während der Untersuchung mit dem Ohrenseher.


Langwieriger als mir bekannt

Die Nachkontrollen für Felis Ohren fanden zunächst nach sieben, zehn und schließlich 14tägig und nach drei Monaten statt. So kann ich heute sicher sein, dass Feli wieder gesund ist. Regelmäßige Ohrspülungen können bei Hunden die eigentliche Schutzfunktion unterstützen und diesen bei der Eigenreinigung helfen. Mehr sollte in den Ohren nicht herumgebohrt werden. Zwar liegt das Trommelfell geschützt hinter einem Winkel im Gehörgang, doch das Ohr macht alles Erforderliche selbst. Auch die Haare von Hunden, die bisher "gezupft" wurden, können nach Rücksprache mit dem Tierarzt im Ohr verbleiben. Doch eine regelmäßige Ohrenkontrolle gehört bei mir nun zur Gesundheitsvorsorge meiner Hunde dazu. Denn auch wenn äußerlich nichts sichtbar ist, kann im Innern eine Entzündung entstehen und sich (schmerzhaft) ausbreiten. Alle meine Hunde haben Schlappohren und Jamba noch dazu verengte Ohrengänge und extrem schwere Ohrwatscheln.

>> Die Vorab-Kontrolle gibt mir ein gutes Gefühl.

>> Verstanden habe ich, das richtige Medikamen beziehungsweise die passende Medikamentenkombination, ist das Einzige was nachhaltig heilt und gesund hält.


Danke an das Tierarztteam von Dr. Petra Geißer, besonders an Frau Louise Eidam für die vielen Informationen und die einfühlsamen und durch vielen Erklärungen begleiteten Untersuchungen in der Praxis in Immenstadt.

Comments


bottom of page