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Wenn Hunde sterben - Allerheiligen als Impuls für diesen Beitrag

Ein Tier zu verlieren tut sehr weh. Besonders wenn es so viele gemeinsame Dinge gibt, wie wir sie mit unseren Hunden erleben. Meine Hunde begleiten mich im Grunde täglich überall hin. Ich richte meinen Alltag nach ihnen aus, sie sind mein Alltag. Sie kommen als weltfremde Tierschutztiere oder auch einmal als Jungtier zu mir und lernen dann meine Welt kennen. Wir wachsen zusammen, die Zeit geht so dahin und dann sind sie so schnell schon wieder alt. Kaum in der Lage vollbelastbar zu sein, geht's rasend wieder ins auf sie achtgeben und Rücksicht nehmen. Erziehen, erleben, sich kennen, verabschieden.




Tragisch sind die plötzlichen Tode durch Krankheit oder Unfall. Doch das gehört einfach dazu, wenn man sich entscheidet Tiere aus dem Tierschutz aufzunehmen und mit ihnen ein bestes Leben und unter Umständen eben ein bestes Lebensende zu haben wenn Krankheit und Schmerz den Lebenswillen auffressen. So viel Freude, so viel Trauer und doch eben diese Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit mit einem einmaligen Tier und der vielen vertrauten Momente.


Der "richtige Zeitpunkt"

Im Hundetraining beziehungsweise oft Jahre später, melden sich vertraute Menschen wieder bei mir und erkundigen sich zum Thema "alter Hund". Sie wollen wissen, welche Veränderungen wohl noch so kommen und vor allem interessiert sie, ab wann ihr Hund leidet. Natürlich haben an dieser Stelle gerade Tierärzte eine große Verantwortung. Doch sind bei den Menschen Erinnerungen zum Beginn des Zusammenlebens, der Beginn in der Hundeschule oder sogar einer der vielen Pflegehunde, die von mir vermittelt wurden, in die Jahre gekommen. Es tut gut den "richtigen Zeitpunkt", nicht allen zu wählen, eine weitere Meinung zu hören. Kein Mensch möchte den eigenen Hund leiden sehen, auch nicht leiden lassen. Gleichzeitig ist die Angst vorm Verlust spürbar. Eine Überforderung wegen der vielen Dinge, die man so hört. Die Angst Leiden nicht zu erkennen. Es besteht die Unsicherheit über den "richtigen Zeitpunkt" - die kreisenden Gedanken, das Auf und Ab des Gesundheitszustands und des Wohlbefindens, machen die Entscheidung vom Todestermin aufgrund von Krankheit und Alter sehr belastend.







Gedanken zum bestellten Tod

Meine Gedanken zum bestellten Tod der Tiere. Ungeachtet der Tatsache, dass Millionen Tiere täglich für den Fleischkonsum unter oft unwürdigen Umständen transportiert und geschlachtet werden, ist es üblich sein Haustier unter großem Kummer zu erlösen - meint "einzuschläfern". Euthanasie wird übersetzt mit Sterbehilfe. Diese soll es auch sein, wenn ein altes krankes Tier eben eingeschläfert wird. Doch ich höre eigentlich gar nicht mehr: mein Hund ist gestorben. Hunde werden (eigentlich immer) eingeschläfert. Ist sterben immer eine Qual, die es zu erlösen gilt? Wann genau ist es soweit, dass es nicht mehr lebenswert ist, das Leben. Wann ist es zu viel, das Gebrechen, das Langsamwerden, das "nicht mehr so" können. Wann ist der Zeitpunkt, Alter und Gebrechen zu "erlösen"?




Bei mir darf wieder gestorben werden

Es war mehr oder weniger ein Zufall. Eine Bekannte erzählte mir, sie habe am Wochenende im Familienkreis, die alte Katze verabschiedet - sie sei nun gestorben. Das hatte ich zuvor jahrelang nicht mehr gehört. Gestorben. Diese Geschichte von der gestorbenen Katze hat ganz viel ausgelöst bei mir. Es hat es überhaupt wieder möglich gemacht, ein Tier "sterben" zu lassen.

Der Sterbeprozess ist ein von der Natur gut eingerichteter Vorgang. Stück für Stück nehmen die Funktionen, die Wahrnehmungen und das Verlangen ab. Die Organe beginnen zu versagen und durch diese Vergiftung und damit verbundene Betäubung als auch ein Organversagen endet alles im Tod. Diese Darstellung ist natürlich sehr, sehr vereinfacht und genau kann es ein Tierarzt jedem Tierbesitzer erklären. Ich möchte hier nur die Idee vom Sterben, so wie es einmal von Natur aus vorgesehen war, aussprechen.










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